Gedenktag für die Gefallenen von Cima Campo

"Gedenken heißt nicht vergessen..!"
"Gedenken ist nicht Nostalgie, sondern Ehrung der Gefallenen..!"
Cima Campo/Meran: Schützen aus dem historischen Tirol, Traditionsverbände und Abordnungen aus Oberösterreich, aus Salzburg und aus dem Suganatal nahmen bei Kaiserwetter und großer Hitze am Sonntag, den 5. August 2018 an der Gedenkfeier für die Gefallenen von Cima Campo teil.
Schützen der Kompanie Meran unter Hauptmann Renato des Dorides übernahmen die Organisation der Feier - unterstützt vor Ort von den Schützen der Welschtiroler Kompanie von Tesino unter Hauptmann Marco Tessaro. Pater Christoph Waldner OT zelebrierte die von der Musikkapelle Tesino musikalisch gestaltete Feldmesse in deutscher und italienischer Sprache und erinnerte in seiner Predigt an die schweren Zeiten des Ersten Weltkrieges sowie an das damalige große Leid der Bevölkerung.
Unter den Ehrengästen: Bürgermeister der Stadt Arsiè Luca Strappazon, Bürgermeister der Stadt Meran Dr. Paul Rösch, Erzherzog Georg von Habsburg-Lothringen, Oberst Pankraz Thalmeier, Landtagsabgeordneter Sven Knoll, Landeskommandant-Stellvertreter des Welschtiroler Schützenbundes Major Fabrizio Trentin und Viertelkommandant des Tiroler Schützenbundes Major Andreas Raass.
Der Hauptmann der Schützenkompanie Algund Stefan Gutweniger übernahm das Oberkommando der Gedenkfeier. Renato des Dorides stand als Kommandierender der nach historischem Vorbild zusammengestellten großen Ehrenformation vor. Traditionsgemäß wurde bei der Gedenkmesse nach dem Evangelium eine Salve für den Allerhöchsten und eine weitere Ehrensalve zu Ehren aller Gefallenen nach der Kranzniederlegung beim Standschütznkreuz abgefeuert.
Nach den Grußworten der Hauptleute Marco Tessaro der SK Tesino und Renato des Dorides der SK Meran informierte Georg Hörwarter aus Meran die vielen Teilnehmer über den Beginn des katastrophalen I. Weltkrieges. Es folgte eine Chronikübersicht über die Ereignisse auf Cima Campo von Renato des Dorides und Stefan Gutweniger; die Gedenkrede hielt Erzherzog Georg von Habsburg-Lothringen.
Anschließend leitete der Hauptmann der Meraner Kompanie seine Ansprache mit folgenden Worten ein:
" Gedenken heißt nicht vergessen..! Gedenken ist nicht Nostalgie, sondern Ehrung unserer Gefallenen und Freiheitshelden...!"
 Im November - vor gut hundert Jahren - meldeten sich Standschützen des Bataillons Meran freiwillig zu einem riskanten Kriegs-Einsatz für die Heimat Tirol zur Einnahme des italienischen Panzerwerks Forte Leone auf Cima Campo. Dies geschah nicht aus Krieg-s und Abenteuerlust...!
In den Reihen der k. k. Standschützen des Bataillons Meran befanden sich viele unserer Väter und Großväter; sie waren Familienväter, heimatbewusste Bürger, Bauern und Studenten, die sich freiwillig zur Verteidigung der bedrohten Heimat meldeten.
Sie waren das letzte Aufgebot, das die Kaiserliche Armee an der Tiroler Südfront aufzubieten hatte, nachdem reguläre Truppen bereits an mehreren Fronten von Galizien bis Triest in schwere Kämpfe verwickelt waren.Burggräfler Standschützen aus den Kompanien Meran, Obermais und Untermais, Hafling und Vöran, Marling, Tscherms und Burgstall, aus Gargazon, aus Schenna und Tall, aus Riffian , Algund, Partschins und Naturns - schlecht eingekleidet und ausgerüstet - wurden nach kurzer Ausbildung am Truppenübungsplatz von Levico an die Frontlinie versetzt, um wichtige Nachschubwege zu sichern. Man wusste, das die schwierige Einnahme des modern ausgestatteten und von 600 italienischen Alpini-Soldaten gut verteidigten Panzerwerkes auf1.500 Meter Höhe anstand.
Am 11. November 1917 wurden Standschützen des Bataillons Meran unter dem Kommando von Standschützen-Major Josef Ladurner, der I. Kompanie der Bataillons Meran unter Hauptmann Joachim Pfitscher, der II. Kompanie unter Hauptmann Vinzenz Vill und der III. Kompanie unter Hauptmann Josef Zuegg vom Suganatal bei strömendem Regen in Marsch gesetzt und erreichten noch in der Nacht die Anhöhe bie Cima Campo.
Erschöpft bezogen sie Stellung am Straßenrand. Auf Cima Campo lag damals bereits 30 cm Neuschnee. Am Tag darauf erfolgte ein umfassender Angriff auf Forte Leone.Es wurde der Sturmangriff auf alle drei Seiten des Panzerwerkes angeordnet: die 1. Standschützen-Kompanie unter direktem Kommando von Hauptmann Berkic zum rechten Waldrand, seitlich des Panzwerkes die 2. Standschützen-Kompanie Meran an die Seite der Straße. In der Folge erhielt auch die 3. Standschützen-Kompanie Meran den Befehl, sich dem Angriff anzuschließen mit dem Ziel auf die mittleren Panzerkuppeln. Somit waren alle drei Meraner Standschützen-Kompanien beim Sturmangriff eingesetzt. Nur dem entschlossenen und mutigen Einsatz der Standschützen ist es zu verdanken, dass es bei diesen Kampfhandlungen nicht noch mehr Tote gab.
 
K. k. Standschützen des Bataillons Meran waren  die HELDEN von Cima Campo. HELDEN, weil sie unerschrocken und mutig unter massivem Sperrfeuer als Erste das Innere des Panzerwerkes über die Öffnungen der schweren Geschütztürme erstürmten. HELDEN, weil sie gegen die flüchtenden Verteidiger des italienischen Panzerwerkes kein Feuer eröffneten und diese verschonten.
 
                      "Liebe Freunde und Kameraden,
unsere Gedenkfeier heute auf diesem historischen Platz nach über hundert Jahren soll auch aus Respekt gegenüber allen Gefallenen von Cima Campo keine Verherrlichung der erfolgreichen Einnahme dieses feindlichen Panzerwerks durch unserer Standschützen des Baon. Meran sein. Der Etappensieg unserer Meraner Standschützen im Zuge der Herbstoffensive 1917 konnte letztendlich den Ausgang des Ersten Weltkrieges für unsere Heimat nicht beeinflussen. Der Zusammenbruch der Donaumonarchie wurde zum Schicksal für unser südliches Tirol. Die Grenzen unserer Heimat wurden in den Kriegsjahren von 1915 bis 1918 hart verteidigt. Keine Handbreit Tiroler Boden konnte auf Dauer vom untreuen Bündnispartner Italien im Kampf erobert werden. Erst nach geschlossenem Waffenstillstand konnten das italienische Heer und seine Verbündeten ohne militärischen Widerstand in Tirol einrücken.
 
                    Liebe Ehrengäste, liebe Freunde und Kameraden!
"Gedenken heißt nicht vergessen..! Gedenken verbinden wir Schützen in unseren Herzen auch stets mit einem Bekenntnis:
"Unser Vaterland ist Österreich!"
"Unsere Heimat ist Tirol!" 
- so die Worte des Hauptmann der Schützenkompanie Meran Renato des Dorides anlässlich der Gedenkfeier für Meraner Standschützen auf Cima Campo. Junge freiwillige Helfer der Gemeinde Arsiè bemühten sich unermüdlich an diesem Sonntag mit der Übernahme von fachkundigen Führungen durch die ehemalige Festungsanlage.  

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