Die Meraner Schützen hatten am Berg Isel das Vorrecht
Den Schützen der Meraner Kompanie teilte man bereits anläßlich der inoffiziellen Vorstellung des Projektes "Panorama Tirol" am 12. Jänner dieses Jahres den Beschluß und die Einladung der zuständigen Stellen des Landes Tirol und der Tiroler Landesmuseen mit, das Tiroler Land südlich des Brenners mit einer Ehrenformation bei der Eröffnungsfeier am Samstag, den 12. März 2011 am Berg Isel offiziell zu repräsentieren.
Zum Landesüblichen Empfang der Tiroler Landeshauptleute Günther Platter, Luis Durnwalder und Landesrat Franco Panizza sowie die Landeskommandanten der drei Tiroler Schützenbünde Otto Sarnthein, Paul Bacher und Paolo Dalprà am Tag der Eröffnung der neuen Museen am Berg Isel wurde für jeden Tiroler Landesteil eine Ehrenkompanie ausgewählt und eingeladen.
Die Schützenkompanie Wilten für den nördlichen Landesteil, die Schützenkompanie Meran für den südlichen Landesteil und die Schützenkompanie Ladins de Fasha als Vertreter für das Welschtirol.
Dem Wunsch der Organisationsleitung folgend wurde zum Zeichen der Tiroler Einheit beschlossen, eine einzige gemeinsame Ehrensalve aller drei Ehrenkompanien auf einmal abzufeuern. Im Zeichen der Verbundenheit mit dem südlichen Tirol verzichteten die Wiltener Rotjacken mit Ihrem Hauptmann Andreas Raass auf das Kommando-Vorrecht bei der Ausführung der "Generaldecharge" zugunsten der Meraner Schützen.
Bereits um 9.00 Uhr stellten sich die Ehrenkompanien - begleitet von der Stadtmusikkapelle Wilten, den Kaiserjägern und vielen Traditionsverbänden - vor der Wiltener Stiftskirche auf. Der Meraner Hauptmann meldete die angetretenen Formationen an den Gesamtkommandierenden BGF Mjr. Josef Haidegger. Dann erfolgte der Abmarsch zum Berg Isel.
Hauptmann Renato des Dorides der Schützenkompanie Meran stand am Berg Isel vor den aufgestellten Ehrenkompanien aller drei Landesteile und übernahm die ehrenvolle Aufgabe des Kommandos über die Ausführung der Generaldecharge.
Auf die Meldung des Meraner Hauptmanns an die hohen Gäste: "Verehrte Landeshauptleute und Landeskommandanten, die zum Festakt am Berg Isel angetretenen Ehrenkompanien bieten Ihnen eine Ehrensalve an!"kam von Landeshauptmann Günther Platter als Hausherr die bemerkenswerte Rückmeldung: "Ehrensalve im Sinne der Tiroler Landeseinheit durchführen!"
Dieser Aufforderung kamen alle beteiligten Schützen mit Freude nach.
Als ob man schon immer miteinander exerziert und geprobt hätte, kam die Feuersalve aus 80 Schützengewehren wie aus einem Lauf. Ein selten einheitlicher Salutschuß - auch sehr zur Freude des Kommandierenden.
Unter die vielen tausend traditionsverbundenen Gäste und Besucher der Eröffnungsfeier am Berg Isel mischten sich auch mehrere Aktivisten, die gegen die entstandenen hohen Kosten des Neubaus für das Rundgemälde ihren Protest zeigten, indem sie sich nach dem Abfeuern der gemeinsamen Ehrensalve "wie vom Blitz getroffen" auf den Boden warfen.
Dessen unbeirrt verlief die Eröffnungsfeier programmgemäß weiter. Nach dem offiziellen Teil mit der Segnung des Gebäudes erfreuten sich die Festteilnehmer an der Besichtigung des bekannten Rundgemäldes über die Schlacht von 1809 am Berg Isel im neuen Ambiente sowie am erweiterten und zum Teil neu gestalteten Kaiserjägermuseum.
