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Jahrtagsfeier der Schützenkompanie Meran

13.12.2015

Die Schützenkompanie Meran feierte am Sonntag, den 13. Dezember 2015 den 56. Jahrtag der Wiedergründung.

 

In seiner Begrüßungsansprache vor 200 Gästen im Nikolaussaal der Stadtpfarre St. Nikolaus erinnerte der Hauptmann der Meraner Schützen Renato des Dorides an die harte Zeit des Wiederaufbaus der Kompanie vor 56 Jahren.
Einleitend erwähnte der Hauptmann:  Am 1. Juni 1995 hat der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl in seiner Rede im Bundestag mit nachstehendem Zitat aufhorchen lassen :
"Wer die Vergangenheit nicht kennt - kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten."
"Wie wahr und wie treffend - auch für uns Schützen im südlichen Tirol..! - so Renato des Dorides.

Nach über 40-jähriger Verbotszeit von 1918 bis 1959 durch Besatzung und anschließender Unterdrückung durch totalitäres faschistisches Regime entschlossen sich einige mutige heimatbewusste Meraner Bürger im Dezember 1959 zu einem Neustart - zur Wiedergründung der Schützenkompanie in Anlehnung an die 1918 gewaltsam aufgelösten Meraner Standschützen und an die Jahrhunderte alte und bewegte Vergangenheit der Schützen von Meran, die bereits 1272 erstmals unter Meinhard II. erwähnt wurden, der an der Sicherheit und Verteidigung der Stadt interessiert war. Heute treten wir nicht als geselliger Trachtenverein oder als nostalgische Touristenattraktion auf, sondern als Verteidiger unserer christlichen und heimatlichen Werte, unserer Traditionen, unserer deutsch-sprachigen Kultur und nicht zuletzt als Gewissen der Tiroler Bürger. Mit den Worten - "Wir feiern diesen Jahrtag der Wiedergründung  mit Euch allen gemeinsam; wir schauen in die Zukunft - wir wollen sie mitgestalten und freuen uns ganz besonders über eine so zahlreiche Teilnahme unsrer Freunde, Kameraden und Gönner; ebenso über die vielen Gäste aus Salzburg, Wals, Lieferung und aus Innsbruck/Wilten, aus dem Bayrischen Chiemgau und über befreundete Kompanien aus unserem Burggrafenamt wie die Schützenkompanien Blasius Trogmann, Gargazon, Nals und Naturns" - beendete der Hauptmann seine Ansprache.

Den Festgottesdienst der Meraner Schützen in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus - musikalisch gestaltet von der Bürgerkapelle Obermais - zelebrierte Dekan i. R. und Ehrenmitglied Albert Schönthaler. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte er den Roman "Natterngezücht" des französischen Romanciers Francois Mauriac, der in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts die Gesellschaft anklagte, nichts gegen Krieg und Gewalt unternommen zu haben. Heute ist dieser Titel aktueller denn je - man denke nur an den weltweiten Terror mit all' seinen Konsequenzen. Wie kann man diesem Schrecken entgegenwirken? Schon im Evangelium nach Lukas wurde an Johannes d. T. die Frage gestellt: "Was sollen wir tun...?" Die Antwort: etwas vom Überfluss abgeben - auch im übertragenen Sinn - nämlich Zeit teilen und sich solidarisch begegnen. Albert Schönthaler lobte den Einsatz der Schützen für Kultur, Glaube, Heimat und Tradition - diesen jedoch ohne Gebrauch von Gewalt und ohne Vermischung der Kulturen. "Man soll im friedlichen Miteinander Achtung voreinander haben" - so der Geistliche.

Anschließend begaben sich die Ehrengäste, die Fahnenabordnungen befreundetet Kompanien aus Tirol, Salzburg, Bayern und dem Burggrafenamt sowie verschiedener Meraner Vereine zu den Klängen der Obermaiser Bürgerkapelle zum Festakt an der Wandelhalle an der Winterpromenade, zu dem auch die Bevölkerung von Meran und Umgebung herzlich eingeladen war. Nach der Meldung des Hauptmanns an die unter der Fahne Tirols und des Vaterlandes Österreich angetretenen Ehrengäste wurde die aufgestellte lange Front der Formationen abgeschritten. Es folgte eine von den Meraner Schützen perfekt abgefeuerte Ehrensalve im Gedenken an verstorbene Mitglieder und an all jene, die Ihr Leben für die Freiheit Tirols geopfert haben. Im Anschluss an den Festakt folgte beim Rückmarsch vor dem Meraner Sandplatz unter den Klängen des Standschützenmarsches die Defilierung vor den Ehrengästen - unter ihnen Oberst Pankratz Thalmayr in Vertretung des Militärkommandos Salzburg, Schützen-Bezirksmajor Andreas Leiter-Reber, Oberst i. R. Mag. Markus Lechner, Ehrenmitglied Altbürgermeister Dr. Günther Januth und Vertreter der Stadt Meran. Bei einem weiteren Festakt im Nikolaussaal wurden Schützen für ihre langjährige Zugehörigkeit zur Kompanie geehrt:

Patrick Mitterhofer für zehn Jahre, Konrad Schwarz für 25 Jahre. Auch  einige Jungschützen, Marketenderinnen und Schützen der Kompanie, die sich im vergangenen Jahr am häufigsten bei Ausrückungen und Veranstaltungen verdient gemacht haben, erhielten eine Ehrung.

Fahnenpatin Kornelia des Dorides erinnerte in einer kurzen Ansprache an den "100. Geburtstag" der Meraner Standschützenfahne, die - nach einer aufwendigen Reparatur - im Jahre 2006 feierlich wieder geweiht wurde.

Weiters wurde  bekanntgegeben, dass - auf Initiative der Meraner Schützenkompanie - die Laurin-Stiftung € 20.000,-- für die  Restaurierung der großen Glocke der Stadtpfarrkirche bereitgestellt hat. Wie bereits berichtet muss die große Glocke geschweißt werden, da diese einen 40 cm langen Riss aufweist. Die Stiftung war bei der Feier mit Walter Stirner vertreten.

Das bereits zur Tradition gehörende und von den Köchen unter Leitung des Profi-Koches Luis Winkler zubereitete Fest-Menu wurde von Schützenfrauen und Marketenderinnen serviert. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein ließ man auf einer großen Leinwand mittels Power-Point-Präsentation die Höhepunkte des Meraner Schützenlebens 2015 Revue passieren.

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