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Andreas Hofer-Landesgedenkfeier in Meran

22.02.2026

MERAN - Wie jedes Jahr um diese Zeit waren die Meraner Schützen vor dem Todestag des Tiroler Landeshelden mit den Vorbereitungen zur Gedenkfeier beschäftigt.

An Sonntag, den 22. Februar 2026  nahm das "Fahnen-Team" bereits in den frühen Morgenstunden die Beflaggung der Stadt Meran mit Tiroler- und Schützenfahnen vor. Begonnen wurde am Sandplatz - dann unter den Lauben,  in der Freiheitsstraße, auf dem Theater-Platz bis hin zum "Andreas Hofer-Denkmal" beim Meraner Bahnhof.
Eine weitere Gruppe baute beim Denkmal den Altar auf, sorgte für entsprechende Dekoration und optimale Beschallung des Umfeldes. 
Vom Sandplatz aus marschierten die Meraner Schützen unter dem Kommando von Hauptmann Lukas Prezzi zum historischen Platz "Graf von Meran", in dem Andreas Hofer nach seiner Gefangennahme im Jahr 1810 vom französischen General Huard wiederholt verhört und anschließend verhaftet wurde. Nach einer kurzen Geschichtsinformation durch den Hauptmann  wurde eine Salve abgefeuert und anschließend bei Präsentieren der Gewehre ein Gedenk-Kranz der Schützenkompanie Meran vor dem Marmor-Relief angebracht.

Anschließend nahm die Ehrenformation der Schützenkompanie Meran an der Freiheitsstraße mit den dort bereits eingetroffenen Schützenformationen aus allen Tiroler Landesteilen Aufstellung. Nachdem die lange Front der Schützenverbände durch die Landeskommandanten der Schützenverbände mit Ehrengästen abgeschritten war, erfolgte der Abmarsch zum "Andreas Hofer-Denkmal".

Landeskommandant Christoph Schmid begrüßte die zahlreichen anwesenden Tiroler, Schützen aus allen Landesteilen Tirols sowie die bayrischen Gebirgsschützen. Unter den Ehrengästen: Abt Philipp Kuschmann OSB, Gedenkredner Nationalratsabgeordneter Christofer Ranzmaier, Landeshauptmann Martin Haberfellner, die Landeskommandanten Thomas Saurer und Enzo Cestari, die Landtagsabgeordneten Myriam Atz, Sven Knoll und Andreas Leiter-Reber, Bürgermeisterin Sonja Plank und Bürgermeister Robert Tschöll, Roland Lang vom Südtiroler Heimatbund, Gemeinderat Reinhard Bauer sowie Ehrenmajor Hubert Straudi.

In seiner Ansprache ging Landeskommandant Schmid auch auf die aktuelle volkstumspolitische Lage ein. Am selben Abend gingen die Olympischen Spiele zu Ende – Wochen, in denen unser Land im Blickpunkt der Welt stand. Millionen Menschen haben auf Tirol geschaut. „Diese Gelegenheit haben wir mit einer landesweiten Plakataktion unter dem Motto ‚Grüß Gott in Tirol‘ entlang der Hauptverkehrsachsen und mit hunderten Tiroler Fahnen und so ein sichtbares, selbstbewusstes und friedliches Zeichen gesetzt. Nicht alle hätten diese Botschaft verstanden und versucht, den Südtirolern ihre Tiroler Identität abzusprechen. Doch - Tirol ist keine Erfindung, sondern gewachsene Geschichte“ – betonte Schmid. Mit den Worten: „Niemand wird uns unsere Identität nehmen. Wir sind Südtiroler - und wir sind Tiroler. Beides gehört unzertrennlich zusammen – nicht aus Trotz, sondern aus Überzeugung…!“ – beendete er seine Rede. 

In eindringlichen Worten spannte der Gedenkredner  Christofer Ranzmaier den Bogen von 1809 in die Gegenwart – und stellte die Frage nach unserer heutigen Verantwortung.

„Andreas Hofer ist nicht nur eine Figur aus Bronze. Er ist eine lebendige Frage an uns alle“, betonte Ranzmaier. Mantua sei kein Sieg gewesen, „aber ein Zeugnis dafür, dass Würde nicht erschossen werden kann“.
Deutliche Worte fand er zur politischen Verantwortung unserer Zeit: „Wer in Österreich Südtirol auf Folklore reduziert, hat weder die Geschichte verstanden noch die Gegenwart begriffen.“ Südtirol sei „kein touristisches Schlagwort“, sondern „gewachsene Heimat – errungen durch Opfer, verteidigt durch Standhaftigkeit und gestaltet mit politischem Mut“.

Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen mahnte er: „Wenn das Aussprechen der simplen Wahrheit, dass Südtirol Tirol ist, als Provokation missverstanden wird, dürfen wir nicht schweigen.“ Identität sei nichts Aggressives, sondern „ein innerer Halt, der verpflichtet – zur Klarheit in der Gegenwart und zum Mut für die Zukunft“.
Abschließend erinnerte Ranzmaier daran, dass Gedenken niemals nur Rückblick sein dürfe: Es sei Auftrag. Oder, wie er in Anlehnung an den Tiroler Landeshelden formulierte: „Mander, s’isch Zeit.“

Nachdem die Ehrenkompanie Meran (unterstützt von den Kameraden der Schützenkompanie Peter Thalguter Algung) zwei exakte Ehrensalven abgefeuert hatte, wurden für die gefallenen Freiheitskämpfer Kränze am Andreas Hofer-Denkmal angebracht. 

Den feierlichen Wortgottesdienst zelebrierte P. Philipp Kuschmann OSB, Abt des Stiftes Marienberg. Die musikalische Gestaltung übernahm die Bauernkapelle Völlan.

Andreas Hofer Landesgedenkfeier Meran - 22.02.2026
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